Im FSJ mit dem Lernmobil unterwegs

Seit Oktober bin ich im Rahmen eines Freien Sozialen Jahrs im Lernmobil dabei. Da das Lernmobil erst seit Juli auf den Straßen Stuttgarts unterwegs ist,

bin ich auch der erste FSJ-ler, der diese Stelle besetzt.

Das Projekt befindet sich in vielen Aspekten noch in einer Entwicklungsphase und der Prozess das Konzept in die Realität umzusetzen ist ein großer Teil des FSJs. Da man keine Erfahrungswerte hat, auf die man zurückgreifen kann, ist eigenverantwortliches Handeln und Flexibilität gefragt. Zusätzlich hat man dadurch aber die Möglichkeit, das Konzept Lernmobil von Grund auf mitzugestalten und eigene Ideen einzubringen. Diese Freiheit ist eine der vielen Gründe dafür, weshalb das FSJ im Lernmobil so attraktiv ist.

Auch gehören die etlichen Kooperationen mit anderen Organisationen zum Lernmobil, um immer für neue Erfahrungen und frischen Wind zu sorgen. Zum Beispiel waren die Kolleginnen und Kollegen vom Gemeinschaftserlebnis Sport des Öfteren zu Besuch, um uns zu unterstützen und das Programm für die Kinder zu bereichern.

Ein weiterer Aspekt der Stelle sind die verschiedenen Aktionen der Stadtbibliothek, bei denen man mithelfen kann. Seien es entweder Aktionstütchen, die für Kinder in der Bibliothek bereitgestellt werden, welche man selbst gestalten kann oder ein Besuch bei den Lesepaten, die in die Bibliothek kommen, um den Kindern vorzulesen. Das heißt man gewinnt im Rahmen eines FSJs im Lernmobil auch einige Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche und Strukturen der Bibliothek.

Die meiste Zeit verbringt man aber trotzdem im Lernmobil, an den insgesamt fünf Unterkünften, die wöchentlich angefahren werden. Dort hilft man dann bei Hausaufgaben, falls welche mitgebracht werden, oder in Mathe und Deutsch. Da viele Kinder besonderen Nachholbedarf haben, der auch durch die Pandemie verursacht wurde, hat man auch ohne Hausaufgaben immer genug zu tun. Auch kommen immer wieder mal Jugendliche, die für Klausuren in der Oberstufe Hilfe benötigen. Dabei kommt mir zugute, dass ich selbst erst vor kurzem die Schule abgeschlossen habe. Allein deshalb ist es gut eine junge Kraft im Lernmobil mit dabei zu haben. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, ist, dass viele Kinder aufgrund meines Alters schnell eine Bindung zu mir aufgebaut haben. Mit mir können sie nicht nur lernen, sondern auch über die aktuellen Ereignisse und Trends sprechen, die junge Menschen interessiert und bewegt.

Ein weiterer Teil der Arbeit im Lernmobil sind Tage mit einem speziellen Programm, wie einen Basteltag vor Weihnachten oder einem Spieleabend. Die Kinder finden diese alternativen Nachmittage natürlich spannend und deshalb wollen wir noch einige anderen Aktionen planen, die für ein bisschen Abwechslung sorgen. Bis jetzt war das FSJ nicht nur eine Bereicherung für mich selbst, um neue Erfahrung außerhalb der Schule zu sammeln, sondern auch eine große Bereicherung für die Kinder, die von meiner Arbeit im Lernmobil täglich profitieren.